Zeidlerei

Mehr als Honig - Eine historische Waldnutzung 

Das Seminar geht über 2 Tage und findet von Sa, 15. - So, 16.08.20 statt.

Populationen wilder Honigbienen sind in Mitteleuropa fast vollständig verschwunden. Intensive Land- und Forstwirtschaft hat entsprechende Nistplätze und Lebensräume für Honigbienen reduziert. Besonders große und alte Bäume mit Höhlen sind in unseren Wäldern selten. Solche "Habitatbäume" werden jedoch als wesentliche Elemente des Biodiversitätsschutzes in Wäldern angesehen, da sie wichtige Nischen und Mikrohabitate für ein breites Spektrum von Flora und Fauna bieten. 

Die traditionelle Bienenhaltung im Bäumen ist eine Methode zur Herstellung künstlicher Habitatbäume, um die Bienenhaltung im Wald zu erleichtern und natürliche Höhlen zu ersetzen. Historisch wurden diese Imker  "Zeidler" oder "Beutner" auf Deutsch, "Bartnik" und "Bortnik" auf Polnisch und Russisch genannt. Die traditionelle Bienenzucht in Baumstämmen verschwand allerdings Ende des 19. Jahrhunderts aus den meisten europäischen Ländern. Das Wissen und die Technik zur Schaffung künstlicher Habitatbäume ist entsprechend verschwunden, ebenso die dazugehörigen Traditionen. Glücklicherweise hat die traditionelle Imkerei im Shulgan Tash Naturreservat im südlichen Ural überlebt und wurde kürzlich nach Polen zurückgebracht. Seitdem wurden zahlreiche Baumstämme und Klotzbeuten in verschiedenen europäischen Ländern  erfolgreich etabliert. 

Untersuchungen zufolge sind die Klimatischen und strukturellen Bedingungen in Baumabschnitten wesentlich besser als in den heutzutage gängigen Imkerformaten. Daher ist die Haltung von Bienen in Baumstämmen auch aus imkerlicher Sicht spannend 

Solche Beutenbäume werden nicht die Rolle von natürlichen Hohlräumen und Baumhöhlen ersetzen, sondern können dazu beitragen, die Zunahme solcher Mikrohabitatstrukturen in Waldbeständen zu unterstützen. Zusätzlich bieten sie einen zusätzlichen Nutzen, indem sie vorübergehend neue Nistplätze für Honigbienen in Wäldern schaffen und ein altes kulturelles Erbe und eine alte Technik wieder aufleben lassen. Auch werden Baumabschnitte kaum zum Standard werden, aber es gibt einige Aspekte die man lernen und entsprechend anpassen kann. 

Um für diese traditionelle Methode der Imkerei zu werben, die gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Waldbiodiversität leisten kann, organisiert....." 

Im Seminar hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit sich eine eigene Klotzbeute zu bauen.

Wer einen Motorsägenschein besitzt, sollte bitte eine eigene Säge, sowie Schutzkleidung und seinen Motorsägenschein zum Seminar mitbringen, somit können bestimmte Vorarbeiten selbst durchgeführt werden.

Für alle Teilnehmer, die keinen Motorsägenschein besitzen, werden diese Vorarbeiten vom Kursleiter übernommen.

Das Seminar umfasst:

- Bau- und Ausbau einer Klotzbeute, Anleitung und aktive Hilfe 

- Theorie zur späteren Nutzung bzw zum Leben von Honigbienen in Baumhöhlen 

- Hintergründe und Geschichte des Zeidelns 

- Wissenswertes zum Oekosystem Wald und zur Ökologie der Honigbienen 

Veranstaltungsdatum
Sa 15.08.2020
Referent
Frank Krumm
Uhrzeit
Sa, 8.30 - ca. 17 Uhr / So, 8.30 - ca. 16 Uhr
Anmeldung
Mit Anmeldung
Kosten
390€ inkl. Material für eine Klotzbeute
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